|  2009-09-02 
Der FC Barcelona hat in letzter Minute den ukrainischen Verteidiger Chygrynskiy an Land gezogen und vermutlich für jeden Konsonanten seines Namens noch eine Million draufgelegt; aber natürlich sind Barças Investitionen in neue Spieler, verglichen mit den annähernd 300 Millionen Euro, die Real Madrid plangemäß ausgelegt hat, nachgerade modest. Trainer Guardiola hat in der Vorsaison schon etwa zehn neuen, eigenen Nachwuchsspielern eine Chance in der ersten Mannschaft geboten. Jeffren, Maxwell, Pedro, Bojan etc. - die Quelle versiegt nicht.
Wird es Real Madrid gelingen, Barças berauschenden Stil durch die schiere Artistik seiner millionenschweren Kakás und Cristianos auszuhebeln? On verra. Vorläufig sind diese fussballernden Christenmenschen bloß die nächste Fussball-Bubble. Ans Herz rühren uns solch frömmlerische Stutzer nicht eigentlich Da ist Zlatan Imbrahimovic, den Barça - aus wie guten oder schlechten Gründen, wird sich weisen - als neuen Mittelstürmer für Eto'o eingetauscht hat, doch wesentlich sympathischer. In einem Stockholmer Einwanderviertel geboren, Sohn eines bosnisch-muslimischen Vaters und einer serbisch-christlichen Mutter, repräsentiert er die auf ethnische und religiöse Zugehörigkeiten pfeifenden Ideale des alten Jugoslawiens.
Selbstverständlich ist aber auch Barcelona nicht gefeit gegen den Inszenierungswahn. An der Ecke Diagonal-Paseo de Gracia habe ich gestern den oben abgebildeten Willkommensgruß an Ibra gesehen - es ist das Hochhäuschen der Deutschen Bank, dessen Fassade erst vor einigen Jahren aufgefrischt worden war und das nun, Bankenpleite hin oder her, offenbar schon wieder umgebaut wird.
Am Paseo de Gracia entdeckt man im übrigen weitere Beispiele für diese Mode, bestehenden Gebäuden eine neue Visage zu verpassen. Schräg gegenüber von Gaudís Pedrera versucht dieser ein krümmliches vorgehängtes Blechgewoge Replik zu bieten; weniger albern wirken die vier sauberen Glaskolonnen des Nachbarhauses.


Wenige Schritte weiter oben der Vorschlag von Carlos Ferrater für einen cerdàschen chaflán. Seine Fassade wurde schon vor etwa zwei Jahren enthüllt - aber sie dürfte auch längere Zeit überdauern als die oben gezeigten Exempel.
2006-11-21 Nein, gemeint ist nicht das Spiel gegen Levski Sofia, das Barça am Mittwoch unbedingt gewinnen muss, um böse Überraschungen in der Champions League zu vermeiden. Denn sollte Werder Bremen gegen Chelsea gewinnen, wäre Barça selbst mit einem Unentschieden bereits ausgeschieden!
Barças most difficult game kann man sich auf der Homepage des Clubs zu Gemüte führen: Es geht um das Joint-Venture (um es irgendwie zu nennen) mit der Unicef, mit dem der FC Barcelona sich nach seinem alten Motto «Mehr als ein Club» als Wohltäter der Menschheit zu profilieren versucht. Man hat ja vielleicht bemerkt, dass Barça diese Saison erstmals auch einen Werbeschriftzug auf der Brust trägt – bloss eben, im Unterschied zu allen andern Vereinen dieser Welt, nicht einen schnöd kommerziellen, sondern den der Unicef. Um das Trikot unbefleckt zu halten, liess man sich bisher jährlich 15 bis 20 Millionen Euro durch die Lappen gehen. Ich weiss nicht genau, wie der Deal mit der Unicef läuft; will auch lieber gar keine Meinung zu dem Gutmenschentum haben, das hier an den Tag gelegt wird – irgedwie zahlt sich’s ja vielleicht aus.
Eine andere schwierige Partie für den Club ist die Neugestaltung der Stadionumgebung. In den Medien war davon zufällig am selben Tag wieder einmal die Rede, an dem der Tod des Stadionarchitekten Mitjans gemeldet wurde. Der Widerstand der Anwohner brachte vor einigen Jahren das Projekt des damaligen Vereinspräsidenten (und Bauunternehmers) Núñez zu Fall: eine Art Barçalandia - zu viele kommerzielle Nutzungen, obwohl die Architekten Batlle & Roig diese auf intelligente Weise in einer künstlichen Landschaft praktisch verschwinden liessen.
Auch der jetzige Präsident Laporta soll nun bereits ein Projekt in der Schublade haben, das neben der Erhöhung des Fassungsvermögens des Stadions von 98'000 auf 120'000 Zuschauer die Ersetzung des Palau Blaugrana durch eine neue Sporthalle für Basket- und Handball sowie den Abriss des Miniestadi vorsieht (s. den gegenwärtigen Zustand, unten links). Das Grundstück des Miniestadi soll Wohn- und Hotelbauten aufnehmen – und nebenbei die Clubkasse zum Klingeln bringen. Zufällig habe ich auf der Website des Architekten Vicente Guallart, unter dem Stichwort «The re-naturalisation of territory», das rechts zu sehende Rendering gefunden, das zeigt, wie eine solche Neunutzung aussehen könnte. – Wir bleiben am Ball.
 2006-11-20 «Toi toi toi» wünscht uns Barzen mein Kamerad Rrronaldo alias Zincky von seinem lieblichen digitalen Wirtshaus Zum runden Leder aus, das längst jedem Schweuzer Sportsfreund ans Herz oder jedenfalls ans Knie gewachsen ist. Ob Sion, Thun oder gar wieder Wil in der Schweizer Super Lüge obenausschwingen, nie tun sie’s ohne Zinckys und seiner fünf Kollegen tiefschürfendes Gespötte, das auch das Fussballgeschehen jenseits der Schwätz nicht verschont. Daher dieses höhnische "toi toi toi", gemünzt auf Barças angeblichen Niedergang –
da aber muss ich energisch Einspruch erheben. Think about it, Zincky. Es scheine zu harzen bei den Barzen? Vor einer Woche klammerte ich mich hier um die Ecke an einen Bartresen, nur um bei der Art und Weise, in der Barça das grossartig aufspielende Zaragoza niederrang – Art im Sinn von hoher Kunst, und weise wie unser unerklärlich abgeklärter Trainer Rijkaard –, nicht gänzlich abzuheben. Solche Fussballspiele kriegt man an keiner WM und an keiner EM je zu sehen. Selten mal in der Champions League. Aber im Grunde – es braucht ja immer zwei dazu! – gibt es so ekstatischen Fussball nur in Spanien. Vielleicht – ein bisschen holzhackriger – noch in England.
Das gestrige Spiel gegen Mallorca habe ich trotzdem ausgelassen. Sah stattdessen einige Filme des japanischen Konzeptkünstlers Takahiko Iimura aus den 70er und 80er Jahren. Harter Stoff – ein bisschen wie On Kawara, bloss in 25 Bildern pro Sekunde. Die Leinwand meist eine weisse oder schwarze, manchmal durch einen schmalen vertikalen Streifen geteilte Fläche; allenfalls ratterten Zahlen durch. Der Regisseur war auch anwesend – war das wohl der Grund dafür, dass praktisch niemand aus der Vorstellung lief? Aus Höflichkeit? Danach erwies sich allerdings, dass das Publikum diese abstrakten Filme – «Bilder» gab es nur in dem Essay über den Steingarten von Ryoan-Ji, den Iimura mit dem Architekten Arato Isozaki gedreht hat – sehr wohl goûtiert hatte. Wurde er doch mit Fragen geradezu überhäuft. Noch erstaunlicher war, dass mich diese Filme in eine seltsam abgehobene Stimmung versetzten – ich levitierte den ganzen restlichen Abend.
Ist vielleicht auch dieser grosse Fussballjongleur, der nach längerer Abwesenheit auf unsere Strassen zurückgekehrt ist, insgeheim eine Art Zenkünstler?
Zurück zum Spiel Mallorca-Barcelona. Ging 1:4 aus, Gudjohnson schoss zwei Tore. Fürs erste ist mithin die Frage beantwortet, ob der Barça-Sturm auch ohne Eto’o, ohne Messi und ohne Saviola, die alle kaputtgetreten wurden und monatelang ausfallen, funktioniert. Die sturmfreien Buben!
 Gudjohnson, der Isländer, stand vor einigen Wochen in Madrid buchstäblich im Regen, aber gegen weniger abgebrühte Gegner wird Barça mit ihm wohl über den Winter kommen. Ob Gudjohnson seine Brötchen in der hier unlängst erwähnten isländischen Bäckerei kauft? Inzwischen habe ich mir dort einen Laib Spelt- bzw. Dinkelbrot und eine Zimtmadeleine gekauft. Lässt ein Hauch Zen sich übrigens nicht auch in dieser Bäckerei ausmachen? Oder bin bloss i c h schon gänzlich abgehoben? 2006-10-18 Ich habe nur die letzte halbe Stunde des Spiels gesehen, bei dem Mazedonier um die Ecke, dem mit der schwummrigen Grossleinwand. Ein bisschen niedrig aufgelöst sah auch Barça aus. Ronaldinhos Abend war es jedenfalls nicht. Wir vermissen natürlich den verletzten Eto’o, der frühestens im Februar wieder fit sein wird. Solange ist Gudjohnson die nominelle Sturmspitze. Einen Isländer im Team zu haben, ist zweifellos chic; aber wohl doch eher auf der Ersatzbank. Da fällt mir ein, dass es jetzt eine isländische Bäckerei geben soll, an der Calle Doctor Dou: muss ich unbedingt mal ausprobieren. Obwohl man in Barcelona längst auch anderswo gutes Brot kriegen kann, sehr im Unterschied zu früher. Auch Barça wird sicher weiterhin seine Brötchen backen. In der Liga liegt’s ja schon wieder vorn, und wenn nächsten Sonntag in Madrid nichts schiefgeht, könnte der Abstand zu den Capellanen auf neun Punkte anwachsen.
2006-06-30  «Das Problem der spanischen Nationalmannschaft besteht darin, dass ihre Symbolkraft viel schwächer ist als die von Real Madrid und Barça. Wieviel Lärm die Medien bei jeder WM auch zu machen versuchen, es bleibt ein künstliches Getöse, und der Ballon platzt beim ersten Nadelstich», schreibt Josep Ramoneda heute in El País. Diesen Nadelstich verabreichten den jungen Spaniern am Dienstag Frankreichs abgebrühte Senioren, bekanntlich ein multikulturelles Unternehmen, dessen gutes Image eben auf dieser Tatsache beruht. Ein anderer spanischer Essayist, Vicente Verdú, stellt im selben Blatt ziemlich wirrselige Mutmassungen darüber an, ob die Marke Spanien mit dem permanenten Scheitern ihrer Fussballmannschaft nicht an Wert einbüsst – und was dagegen zu unternehmen wäre.
Höchstwahrscheinlich wird auch die spanische Auswahl in zehn, spätestens zwanzig Jahren grossenteils aus Immigranten oder ihren Nachkommen bestehen. Die Einwanderung aus der Dritten Welt, auch aus Osteuropa, hat hier spät, dafür umso heftiger eingesetzt, wie die im vorstehenden Posting genannten Zahlen beweisen (es sind die offziellen Zahlen und sie dürften mithin eher zu niedrig sein). Obwohl Spanien zusammen mit Italien seit Jahren die niedrigste Geburtenrate der Welt aufweist (zwischen 1,2 und 1,3), ist die Bevölkerungszahl seit 2000 von knapp 40 auf über 44 Millionen geschnellt.
Wird aber eine aus Rumänen, Kolumbianern, Marokkanern und Chinesen bestehende selección dereinst die symbolische Vorherrschaft der beiden grossen Clubs, Real Madrid und Barça, zu brechen vermögen? Eine Antwort auf diese Frage gibt auch dieser von mir für das NZZ Folio (die WM-Nummer) übersetzte Artikel von Guillem Martínez nicht. Die Übersetzung war für die Publikation ziemlich rüde redigiert worden – hier das Original, das auf einigermassen witzige Weise erklärt, warum der spanische Ballon immer platzen muss.
Und wie bringen wir jetzt hier Messi noch ins Spiel? Morgen wird er das grosse Fahneneinrollen in Deutschland auslösen, sei hier mal vorausgesagt (obwohl mein Freund Markus Grob so schön gedichtet hat: mi-ma-messi/diesen da vergess-i/denn schweini ist viel bessi). Ausserdem ist ja auch Messi ein Immigrant – wurde schon im zarten Alter von dreizehn Jahren nach Barcelona transferiert und hat inzwischen sogar einen spanischen Pass. Aber er will ja Weltmeister werden, und da hat er in Blau-Weiss natürlich die besseren Chancen.
Ich werde mir das Spiel im maumau club ansehen, voraussichtlich von Scharen von Argentiniern umgeben (in Katalonien dürften ihrer inzwischen fast 100'000 leben – ein andermal mehr darüber). Mögen sie bloss morgen nicht in die tiefe Melancholie verfallen, die neben der grossen Röhre ihr zweiter wesentlicher Charakterzug ist. 2006-05-20 Postskriptum zum Champions-League-Final
Lionel Messi, der das Pariser Endspiel wegen seiner langwierigen Verletzung von der Tribüne aus verfolgen musste, gab sich auf dem Rückflug als wahrhaft gut assimilierter Einwanderer zu erkennen (er kam ja auch schon als 13-jähriger Knirps aus Argentinien nach Barcelona). In der Boeing 747 soll der notorisch schüchterne 18-Jährige das Mikrophon ergriffen und folgende Ansprache an den (noch nicht zugestiegenen) Vereinspräsidenten Laporta gehalten haben: «Präsi, steigen Sie ein, wir müssen das mit den Prämien besprechen. Bittesehr, wir warten auf Sie. Wir haben es satt mit Uhren und noch mehr Uhren. Ich meine es ernst, Präsi. Wir wollen jeder von uns mindestens eine Wohnung. Das ist die Prämie, für die wir auf dem Spielfeld gerackert haben. Die Captains werden das mit Ihnen aushandeln. Ich wiederhole: Keine Uhren mehr! Eine Wohnung für jeden Spieler!»
Allgemeines Gelächter. Aber als Symptom des spanischen Wohnungs- bzw Eigentumswahns doch auch ein wenig widerlich.
Heute weiter in den Zeitungen zu dem Thema: Barças Champions-League-Titel soll der Stadt weltweit Gratispublizität im Wert von 975 Millionen Euro eingebracht haben. Eine etwas gewagte Rechnung, da sie offenbar Fussball-Übertragungszeiten direkt in Werbezeit umwandelt. Immerhin: der Tourismus ist von Januar bis März erneut um 18 Prozent gewachsen: Europarekord – und eine grauenerregende Aussicht für jenen Teil der ansässigen Bevölkerung, die sich damit nicht die Taschen füllt.
Nach den schweren Ausschreitungen in der Nacht der Nächte – Plünderungen, Brandschautzungen, 55 Verhaftungen, über hundert Verletzte – ist Bürgermeister Clos der Ansicht, in Zukunft sollte das Stadtzentrum nach solchen Siegen vielleicht besser gesperrt werden.
Heute abend geht die Fussballsaison mit dem Spiel Athletic Bilbao-Barça zu Ende. Jedenfalls für wirkliche Fussballfreunde, die sich das wüste Gekicke und vaterländische Geblök an der WM lieber ersparen.
Hasta la próxima Liga! 2006-05-19 Es ist vollbracht. Die Helden von Saint-Denis paradierten gestern auf dem rollenden Sambodrom vom Hafen ins Camp Nou. Heute kam die schlechte Meldung: laut The Sun ist Henry entschlossen, bei Arsenal zu bleiben. Die culés hatten seit Monaten damit gerechnet, er werde nächste Saison bei Barça spielen. Ausserdem wurde bekannt, dass FIFA-Boss Blatter den norwegischen Schiedsrichter wegen seiner Nichtanerkennung des Tores von Giuly in der 18. Minute kritisiert hat. Hauge selbst hat sich gestern wegen dieses Fehlentscheids Asche aufs Haupt gestreut.
Hier noch die persönliche Note. Eine Stunde nach dem Endspiel – überallhin, nur nicht zu den Krawallos an Canaletas, hiess die Devise – kam mir Manolo aus einer Bar entgegen: der Jefe de la Estación de Francia, von dem schon in einem Eintrag vom 18.12.05 die Rede war. Und dann – ich weiss nicht, wie mir geschah, was in mich fuhr – fiel ich diesem Schrank von einem Menschen um den Hals. Sprang ihn buchstäblich an und klammerte mich wie ein Affe an den kolossalen Brustkasten unseres train chief. Er aber brummte bloss: «Lass gut sein. Ich bin ein Arsenal-Fan.»
Danke den compadres in Bern, die den Barça-Triumph dem unlängst im hohen Alter von 14 Jahren verblichenen Tío Pepe gewidmet haben. Hier das letzte Portrait des Haudegens, der seine Krallen an so manchem Besucher gewetzt hat:
 2006-04-19 Darf man ausnahmsweise mal wieder über Fussball sprechen? Die AC Milan in San Siro zu knacken, das war eine harte Nuss. Aber mit ein bisschen Glück hat es der FC Barcelona geschafft. Nach dem schönen Tor von Giuly wurden die Mailänder Kämpen zeitweilig sogar schwindlig gespielt. Ah... wenn Ronaldinhos Schuss dann vom Pfosten nicht vor, sondern hinter die Torlinie gekullert wäre, könnte man den Champios-League-Halbfinal wohl genauso für erledigt betrachten wie die spanische Liga, in der Barça ja längst konkurrenzlos ist.
Dass bei Milan Inzaghi fehlte? Und was ist mit Deco, Xavi, Larsson und Messi bei Barça? Frank Rijkaard hat Messi zwischenzeitlich heim zu Mamma geschickt, nach Argentinien, weil der Junge so darauf brennt, ins Team zurückzukehren, dass es anscheinend seiner Gesundheit abträglich ist. Dank Messis und Larssons Verletzungen haben zwei andere wieder ihre Chancen erhalten: Giuly und Maxi, Barças Fräuleinwunder. In der Bar, in der ich das Spiel verfolgte, heulte das Publikum auf – begeistert? entgeistert? – als Rijkaard kurz vor Schluss die Zartheit hatte, Maxi für Ronaldinho einzuwechseln. Sie ist ja noch ein halbes Kind, unsere Blondine.
Das bringt mich darauf, dass Barças Durchschnittsalter 23 beträgt – Milans Elf hingegen insgesamt 330 Jahre auf dem Buckel hatte: sieben mehr pro Mann. Was das für die Zukunft der beiden Teams heisst, brauchen wir nicht auszusprechen.
2006-01-15 17 Siege in ununterbrochener Folge - der bisherige spanische Rekord von Real Madrid aus dem Jahr 1960 lag bei 15 Siegen. Er wurde beim 6:0 im Cupsiel gegen Zamora gebrochen, bei dem sich für einmal etliche Reservespieler des FC Barcelona in Szene setzen konnten. Das eben erzielte 2:1 gegen Athletic Bilbao ist das knappste Ergebnis in dieser ganzen grandiosen Serie. 2005-12-19 In Cádiz spielte der FC Barcelona am Samstag den zwölften Sieg in Folge heraus: Clubrekord. Torverhältnis aus diesem sauberen Dutzend: 37:5. An den 37 Toren waren dreizehn verschiedene Spieler beteiligt, allen voran Eto’o und Ronaldinho, die mit 15 bzw. 10 Toren auch die Liste der Topskorer in der Liga anführen. Heute abend treten die beiden im Opernhaus Zürich auf: nicht um die Barça-Hymne «Tots al camp» zu singen, sondern weil sie zusammen mit Chelseas Frank Lampard als FIFA World Player des Jahres nominiert sind.
Nächstes Jahr werden sich die drei in London wiedersehen, im Hinspiel der Champions-League-Achtelsfinals. Chelsea hat Barça vor einem Jahr knapp (with a little help from Collina) eliminiert. In Barcelona wurde die neuerliche Rencontre trotzdem als Traumlos gefeiert. Geht es dabei doch nicht nur um eine Revanche, sondern um die Auseinandersetzung zwischen zwei Fussballmodellen. Ein in einem ganzen Land verwurzelter Club, der diese Saison keinen Heller für Transfers ausgab, gegen einen von einem russischen Finanzjongleur hochgezüchteten Quartierverein. (Na ja, ganz so romantisch braucht man es ja nicht zu sehen.) Niemand in Barcelona unterschätzt den Widersacher, weder Chelseas Spieler noch die strategischen Teufeleien von Mourinho. Aber nach den letzten Vorstellungen darf man Barça zutrauen, jeden Gegner schwindlig zu spielen.
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