Kult der Technik

[Faits divers]


Ende November wurde der leistungsstärkste Computer Europas, Marenostrum genannt, vom BSC (Barcelona Supercomputing Center) an der Universitat Politécnica de Catalunya in Betrieb genommen. Weltweit steht er allerdings je nach Berechnungskriterien lediglich an vierter oder achter Stelle. Standort des Superrechners mit seinen 4564 parallel geschalteten Prozessoren ist kurioserweise eine alte Kapelle, die zu einem als Torre Girona bekannten Anwesen im Viertel Pedralbes gehörte. Bis in drei Jahren will das BSC über einen 25 mal leistungsstärkeren Supercomputer verfügen.

Miralles revisited

[Ausstellungen]


Der Künstler David Bestué stellt in der Sala Montcada der Fundación "la Caixa" eine interessante Arbeit über verschiedene Bauten von Enric Miralles aus. Neben einen Modell des 1990 beim Bau eingestürzten (aber 1993 nach einem veränderten Projekt eröffneten) Sportpalastes in Huesca sind es vom Künstler kommentierte Photos, in denen er die Intentionen des Architekten mit dem mittlerweile von den Benutzern übernommenen und teils veränderten Ergebnis in Beziehung setzt, und dies ebensoviel ebenso liebevoll wie respektlos.

Zwei postume Projekte des vor fünf Jahren gestorbenen Architekten stehen inzwischen, ausgeführt von seiner Partnerin Benedetta Tagliabue, kurz vor der Vollendung. Bereits eröffnet wurde der Markt Santa Caterina, in Kürze wird auch der Hauptsitz des Energiekonzerns Gas Natural bezogen werden. Wir werden auf die beiden Bauten zurückkommen.


Mercat de la Santa Cateriina sede central Gas Natural

20 000 Stunden Videokunst

[Ausstellungen]
Von wegen Festivalitis: dieser Tage sucht das Festival Internacional de Videoarte Loop die Stadt mit über 20 000 Stunden Videokunst von rund 350 Künstlern heim, gleichzeitig findet das 12. Festival für unabhängiges Kino l'alternativa statt. Trink, Auge, was die Wimper hält!

Dachbänder für Bücher

[Architektur]






Von den künftigen Benutzern sehnlich erwartet, gestern endlich eröffnet: Die Biblioteca Jaume Fuster an der Plaça Lesseps. Mehr als einfach eine grosse Quartierbibliothek, ist es eine wunderbare promenade architecturale unter den sich vom Vordach emporziehenden, den Bersucher auch im Innern begleitenden Dachbändern. Entworfen wurde der Bau von Josep Llinás, einem nicht eben auf Medienpräsenz versessenen, in Barcelona und Umgebung dafür allmählich ein umso beachtlicheres Werk schaffenden Architekten.




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18:1

[Barça! Barça!! Barça!!!]
In der letzten Minute gelang Getafe im Heimspiel gegen Barça noch das Ehrentor zum 1:3 - schade um das schöne Torverhältnis von 18:0, das für Barça sonst aus den letzten fünf Spielen resultiert hätte. Real Madrid hat seinerseits mit einem zweiten Panalty - den ersten verschoss Robinho - ein 1:0 gegen Zaragoza ermurkst. In zwei Wochen steigt die Classique im Estadio Bernabeu...

Aus Schneeflöckchen wird eine afrikanische Edelkastanie

[Design]
Kein einziges Design-Posting bisher in diesem Blog - und nun fangen wir launischerweise sozusagen am Ende an, bei der Graburne der barcelonesischen Designer Azuamoliné (www.azuamoline.com). Das urnaBios (www.urnabios.com) genannte Objekt wird von barcelonesischen Strafgefangenen hergestellt, enhält den Samen eines beliebigen Baums (der Friedhof der Zukunft wäre mithin ein Mischwald?) und einer der ersten so bestatteten Erdenbewohner war laut Le Monde
der weisse Gorilla Copito de Nieve oder Schneeflöckchen, der letztes Jahr im Zoo von Barcelona gestorben ist.

ZRH-BCN

[Faits divers]
Zwei private Architekturfakultäten, die der Hochschule für Technik Zürich HSZ-T und die 1903 gegründete und seit 1991 zur Universität Ramon Lllull gehörende technische Hochschule La Salle in Barcelona, haben heute ihr erstes gemeinsames Projekt gestartet. Eine Gruppe von über fünfzig Lehrern und Schülern sind aus Zürich nach Barcelona gereist. Nicht nur die Entwurfsorte des anstehenden Jahreskurses der HSZ-T liegen in Barcelona, sondern längerfristig soll zwischen den beiden Hochschulen ein Austausch in der Lehre, der Forschung sowie als individueller Studentenaustausch möglich werden. Koordinator dieser Aktivitäten ist Hans Geilinger, Professor für Städtebau und Architektur an der HSZ-T und zugleich in Barcelona praktizierender Architekt.

Für ihre Semesterarbeit haben sich die Zürcher Studenten mit einem besonders interessanten Areal auseinanderzusetzen: der Nova Bocana genannten Aufschüttung bei der neuen, den Sport- und Passagierschiffen vorbehaltenen Hafenausfahrt. Hier war ein Hotel von Ricardo Bofill geplant, ein etwa hundert Meter hohes Gebäude in Form eines Segels. Gegen ein so schales Sinnbild liefen in Barcelona zahlreiche Kritiker Sturm, und dass nun eine Zürcher Architekturklasse für das Grundstück neue Entwürfe vorlegen kann, ist vielleicht ein Indiz dafür, dass Bofills Projekt gestorben ist. Auf seiner Website zeigt er jedenfalls nicht einmal mehr ein Bild davon.